Klaus Steilmann

Klaus Steilmann

* 12.06.1929
† 14.11.2009
Erstellt von Funke Mediengruppe
Angelegt am 14.11.2009
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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Klaus Steilmann, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von Trauer.de Redaktion, München

23.11.2009 um 16:47 Uhr von VRS Media
Der frühere Bochumer Modeunternehmer Klaus Steilmann ist tot. Er starb in der Nacht zum 14. November 2009 im Alter von 80 Jahren. Er hinterlässt eine Frau und drei erwachsene Töchter. Der "Self-made-Man" war einer der erfolgreichsten Unternehmer im Ruhrgebiet. Er gründete das gleichnamige Modeimperium. Steilmann wurde 80 Jahre alt. Das von ihm 1958 gegründete Modeunternehmen hatte sich bis zum Beginn der 1990er Jahre "Europas größter Konfektionär" nennen können. Er prägte die Wendung "Mode für Millionen". Nicht nur im Ruhrgebiet galt Klaus Steilmann als einer der erfolgreichsten Textilunternehmer der Nachkriegszeit. Mit günstigen Preisen und tragbarer Mode arbeitete sich der Self-Made-Mann zum einstmals führenden Konfektionshersteller in Europa hoch. Der Unternehmer und Mitglied des renommierten Club of Rome hatte sich auch durch sein umwelt- und industriepolitisches Engagement einen Namen gemacht. In seiner Wahlheimat Ruhrgebiet war er Lokalpatriot und begeisterter Sportförderer. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), selbst gebürtiger Bochumer, würdigte Steilmann in einer in Berlin verbreiteten Stellungnahme. "Klaus Steilmann war nicht nur ein großer Unternehmer, sondern auch eine Persönlichkeit, die in vorbildlicher Weise unternehmerisches und bürgerschaftliches Engagement miteinander verband", so Lammert. Dies gelte nicht nur für seine "geradezu legendäre Aktivität" im Sport, sondern auch für vielfältiges gesellschaftspolitisches Engagement in seiner Heimatstadt Wattenscheid. Die Stadt Bochum würdigte Steilmanns "außergewöhnliches unternehmerisches, soziales und gesellschaftspolitisches Engagement". Steilmann habe die Geschicke der Stadt in den zurückliegenden Jahren entscheidend mitgestaltet. Betroffen äußerte sich auch der 1. Vorsitzende von Wattenscheid 09, Christoph Jacob. Steilmann habe immer ein offenes Ohr gehabt, wenn es um Sport, Kultur oder Kunst gegangen sei. "Ich habe ihn als liebevollen und absolut tollen Menschen kennengelernt", sagte Jacob in Essen. Am 12. Juni 1929 wurde Steilmann in Neustrelitz/Mecklenburg als Sohn eines Gutsverwalters geboren. 1958 im Alter von 29 Jahren startete der ehemalige C&A-Lehrling dann mit einem kleinen Nähbetrieb und einem auf Kredit finanzierten Startkapital von 40.000 Mark in Bochum-Wattenscheid eine bundesdeutsche Nachkriegs-Traumkarriere. Es folgte eine stürmische Expansion aus eigener Kraft. Zum Erfolgsgeheimnis des Unternehmens wurde das Zusammenspiel von günstigen Preisen und modischem Design. "Steilmann macht den Stil, den Millionen Frauen tragen möchten. Steilmann macht den Preis, den Millionen Frauen bezahlen können", hieß der Slogan. Auf dem Höhepunkt 1991 machte Steilmann mit seinem Konzern rund 1,8 Milliarden Mark Umsatz und beschäftigte mehr als 18.000 Menschen. Doch fallende Weltmarktpreise für Textilien und die zunehmende Konkurrenz, die oft schneller auf neue Trends reagieren konnte, machten Steilmann zu schaffen. Den wirtschaftlichen Abstieg konnte auch seine Tochter Britta nicht aufhalten. 1997 wurde sie Mitglied der Geschäftsführung. 1999 schied sie nach Streitigkeiten über die künftige Ausrichtung des Konzerns wieder aus. Zwei Jahre später versuchte sie es erneut für zwei Jahre. Die Insolvenz vor Augen verkaufte Steilmann im September 2006 sein Unternehmen schließlich an den italienischen Mischkonzern Miro Radici. Der Traditionsname blieb indes erhalten. Mit den Worten "Natürlich bin ich traurig", hatte er damals den Verkauf seines Lebenswerks in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" kommentiert. In Wattenscheid engagierte sich Steilmann auch außerhalb seines Unternehmens stark - vor allem im Sport. Elf Jahre lang bis 1985 war er Präsident des Fußballvereins Wattenscheid 09. Mit seiner finanziellen Hilfe spielte der Verein 1990 bis 1994 sogar in der Bundesliga. Beim TV Wattenscheid förderte er die Leichtathleten. 2007 rief er die Klaus-Steilmann-Fußballschule ins Leben. Bild: dpa