Hans Ludwig Schwarz

Hans Ludwig Schwarz

* 10.12.1926
† 30.08.2008 in Lüdenscheid
Erstellt von Funke Mediengruppe
Angelegt am 30.08.2008
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Von trauer.de Redaktion (cs), Dachau

02.09.2008 um 19:57 Uhr von VRS Media
Wenn man ihn in der Stadt traf, zufällig eher, nicht so häufig auf offiziellen Anlässen, hatte er immer ein Döneken parat. Wie es damals war, als er die Stadt auf seine Weise gestaltet hat. Was beim letzten Stammtisch Thema war und worüber "du unbedingt mal etwas schreiben musst". Mit Hans Ludwig Schwarz ist ein Lüdenscheider vom alten Schlag gestorben. Ein hemdsärmeliger und humorvoller, bodenständiger, bescheidener Unternehmer durch und durch, der das Auf und Ab der Branche miterlebt hat. Im Dezember wäre er 82 Jahre alt geworden. Der "typische Lüdenscheider" wurde in Altena geboren. Von 1933 bis 1941 besuchte er die Volksschule, danach für zwei Jahre die Handelsschule. Er absolvierte eine Maurerlehre, machte die Führerscheine aller Klassen - seine Autoleidenschaft hat ihn nie losgelassen. Zwischen 1958 und 1963 ist er internationale Rallyes gefahren. 1943 wurde Hans Ludwig Schwarz mit nicht einmal 17 Jahren zum Arbeitsdienst eingezogen, geriet in amerikanische Gefangenschaft, kam auf abenteuerliche Weise zurück und letztlich nochmals in Gefangenschaft, diesmal der Engländer. Danach setzte er seine Ausbildung fort und erwarb das Diplom als Bauingenieur. Die Anfänge nach dem Krieg waren mühsam, erste Aufträge waren der Barackenbau für Flüchtlinge. Ab 1950 erstellte Schwarz & Born die ersten Häuser im sozialen Wohnungsbau - Auftakt für die Boomzeit der Bauwirtschaft. 1957 heiratete Schwarz seine Inge; das Paar bekam drei Kinder. 1965, nach dem Tod seines Vaters Walter, rückte Hans Ludwig Schwarz als Vertreter der dritten Generation an die Spitze des Bauunternehmens. Unter seiner Regie wurden die Tätigkeiten ausgeweitet, die Belegschaft wuchs auf 320 Mitarbeiter. Die Stadt war wichtiger Auftraggeber. 1995 feierte das Unternehmen 100-jähriges Bestehen. Die Jahre danach wurden immer schwieriger für die Branche; das Lebenswerk bröckelte. Dazu kam der Tod des Sohnes und designierten Nachfolgers. Die eigene Gesundheit litt. Ablenkung suchte und fand er, den seine Freunde "den Langen" nannten, im Reisen und immer öfter in seiner zweiten Heimat, auf einer Ranch in Virginia/USA. Susanne Kornau

WESTDEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG

vom 02.09.2008

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